In letzter Zeit häufen sich die Bestrebungen von Regierungen, Politikern, Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten, das so wild vor sich hinwuchernde Internet in den Griff und unter Kontrolle zu kriegen.
Sobald irgendwo auf der Welt irgendein Verbrechen mit Hilfe des Internets, durch Newsgruppen, e-mail oder irgendeinen sonstigen Dienst auch nur erleichtert wird (siehe die letzten Kinderporno-Fälle), ruft prompt irgendein Law-and Order-Politiker sofort nach neuen Regelungen und Gesetzen.
Kinderpornographie, Rechtradikalismus, usw sind sicher sehr schlimme und scheußliche Vorkommnisse, und es muß viel zur Eindämmung dieser Sachen unternommen werden, aber das heißt noch lange nicht, daß Regierungen und Behörden jetzt einfach alles und jeden nach Belieben überwachen und zensieren dürfen. Vorbeugend jeden zum Verdächtigen zu stempeln, kann auch keine Lösung sein.
Ich denke, daß die bekanntgewordenen Fälle hier nur einen Vorwand bieten, schon lange in den Schubladen liegende Pläne endlich wahrmachen zu können. Schließlich haben sich oben genannte Politiker noch niemals als große Verfechter von Bürgerrechten und Meinungsfreiheit hervorgetan. Ein Schelm, der Böses dabei denkt....
Die Bürgerrechte und damit auch die Meinungsfreiheit und das Briefgeheimnis (auch e-mail) sind wichtige Eckpfeiler unserer Demokratie. Man kann sie mißbrauchen, aber das macht sie nicht überflüssig. Wenn Politiker diese wichtigen Rechte auszuhöhlen versuchen, sägen sie an unserer Freiheit. Lassen wirs nicht soweit kommen. Wehren wir uns. Verteidigen wir unsere Rechte. Auch im Internet.
Übrigens: Das Internet ist für viele Diktaturen auf der Welt ein großes Problem. Schließlich ist es sehr schwer kontrollierbar und zensierbar. Und die Menschen in solchen Ländern sind sicher sehr froh um Informationen aus der freien Welt draußen. Hier entwickelte und erprobte Überwachungs-und Abhörtechniken drohen diese Tür zuzuschlagen. Auf daß die Diktatoren weiter ungestört morden und metzeln können.
Weiterführende Literatur gibts hier:
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Themenschwerpunkt Kryptographie von Telepolis